Die Förderbänder werden für den kontinuierlichen Transport von Schüttgütern zwischen verschiedenen Phasen eines Produktionsprozesses eingesetzt. Es gibt jedoch keine einzige Konfiguration, die für jede Anwendung geeignet ist.
Die Wahl des Förderbands sollte unter Berücksichtigung des Materialwegs, des Höhenunterschieds zwischen Aufgabe und Austrag, der erforderlichen Förderleistung, des verfügbaren Platzes sowie der Eigenschaften des zu fördernden Materials erfolgen.
Im industriellen Bereich gehören zu den wichtigsten Ausführungen:
- horizontale Förderbänder;
- geneigte Förderbänder;
- schwenkbare Förderbänder;
- Austragsförderbänder;
- Verfahrbänder;
- mobile Förderbänder;
- Bandwaagen.
Diese Lösungen können hinsichtlich Konstruktion, Fördergurt, Abmessungen, Zubehör und Steuerungssystemen weiter angepasst werden.
Wie werden Förderbänder klassifiziert?
Industrieförderbänder können nach verschiedenen Kriterien klassifiziert werden. Die wichtigsten sind:
- der Verlauf der Förderstrecke;
- die Funktion innerhalb der Produktionslinie;
- die Möglichkeit, den Austragspunkt zu verlagern;
- eine feste oder mobile Konstruktion;
- das Material des Fördergurts;
- das Vorhandensein von Wiege- und Kontrollsystemen.
Ein horizontales Förderband und ein geneigtes Förderband unterscheiden sich durch den Förderverlauf des Materials. Austragsförderbänder und Bandwaagen werden dagegen vor allem anhand ihrer Funktion innerhalb des Prozesses unterschieden.
Horizontale Förderbänder
Horizontale Förderbänder transportieren das Material über eine überwiegend ebene Strecke. Sie werden eingesetzt, um zwei oder mehrere aufeinanderfolgende Prozessschritte miteinander zu verbinden, Produkte zwischen verschiedenen Arbeitsbereichen zu transportieren oder Aufgabebunker, Silos und Dosiersysteme zu beschicken.
Diese Ausführung eignet sich, wenn Aufgabe- und Austragspunkt auf nahezu gleicher Höhe liegen und das Material nicht angehoben werden muss.
Ein horizontales Förderband kann mit einer festen Konstruktion ausgeführt oder auf einem mobilen Fahrgestell montiert werden. Länge, Gurtbreite und Förderleistung werden entsprechend dem Anlagenlayout und den Materialeigenschaften ausgelegt.
Geneigte Förderbänder
Geneigte Förderbänder ermöglichen den Transport von Materialien zwischen Punkten auf unterschiedlichen Höhen. Sie werden beispielsweise eingesetzt, um einen erhöhten Aufgabebunker zu beschicken, einen Beladepunkt zu erreichen oder Material zu einer höher gelegenen Prozessstufe zu fördern.
Die Neigung muss entsprechend den Eigenschaften des Materials gewählt werden. Korngröße, Feuchtigkeit, Schüttdichte und Fließverhalten beeinflussen die Stabilität des Materials während des Transports.
Bei Bedarf kann der Fördergurt mit Mitnehmern, Profilen oder Rückhaltesystemen ausgestattet werden, um das Abrutschen des Materials beim Aufwärtsförderer zu reduzieren.
Schwenkbare Förderbänder
Schwenkbare Förderbänder können die Ausrichtung des Austragspunktes durch eine horizontale Schwenkbewegung verändern.
Diese Ausführung ermöglicht es, Material über eine größere Fläche zu verteilen oder verschiedene Austragspunkte zu beschicken, ohne mehrere separate Förderlinien installieren zu müssen.
Ein schwenkbares Förderband kann verwendet werden, um:
- Materialhalden aufzuschütten;
- Behälter oder Lagerflächen zu befüllen;
- Material auf mehrere Aufgabebunker zu verteilen;
- die Position des Austragspunktes zu verändern;
- den verfügbaren Platz optimal zu nutzen.
Austragsförderbänder
Austragsförderbänder werden unter Silos, Aufgabebunkern oder anderen Behältern installiert, um Material aufzunehmen und zur nächsten Prozessstufe zu transportieren.
Ihre Aufgabe besteht nicht nur im Transport. Sie müssen außerdem eine kontinuierliche und kontrollierte Materialentnahme gewährleisten und starke Schwankungen des Materialstroms vermeiden.
Ein Förderband mit Aufgabebunker kann entsprechend der Behälterkapazität, der erforderlichen Förderleistung und dem nachgeschalteten Beschickungssystem dimensioniert werden.
Durch die Geschwindigkeitsregelung kann der Materialfluss an die Anforderungen der Produktionslinie angepasst werden. Das Austragsförderband kann zudem mit Wägezellen oder anderen Messeinrichtungen ausgestattet werden.
Verfahrbänder
Verfahrbänder bewegen sich horizontal auf speziellen Führungsschienen und ermöglichen die Verteilung des Materials auf mehrere Aufgabe- oder Austragspunkte.
Sie sind besonders dann sinnvoll, wenn eine einzige Förderlinie mehrere Behälter, Aufgabebunker oder Kammern beschicken muss. Durch die Verfahrbewegung des Förderbandes kann das Material verschiedenen Zielpunkten zugeführt werden, ohne zusätzliche Fördersysteme installieren zu müssen.
Diese Ausführung eignet sich für Prozesse, die Folgendes erfordern:
- die Verteilung auf mehrere Aufgabebunker;
- die Beschickung verschiedener Kammern;
- eine flexible Verwaltung der Austragspunkte;
- eine optimale Nutzung des verfügbaren Platzes.
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Mobiles Förderband
Ein mobiles Förderband ist auf einer Konstruktion montiert, die eine flexible Positionierung innerhalb des Arbeitsbereichs ermöglicht.
Es wird eingesetzt, wenn sich der Aufgabe- oder Austragspunkt ändern kann oder wenn dasselbe Förderband in mehreren Arbeitsbereichen verwendet werden soll.
Die Mobilität kann durch Räder, spezielle Fahrgestelle oder andere, entsprechend den Abmessungen und Einsatzbedingungen ausgelegte Systeme erreicht werden. Auch in diesem Fall müssen Stabilität, Zugänglichkeit, Sicherheit und die Art der Energieversorgung sorgfältig bewertet werden.
Bandwaagen
Bandwaagen sind mit Systemen ausgestattet, die die durchlaufende Materialmenge kontinuierlich messen.
Wägezellen erfassen das Gewicht, während das Steuerungssystem diesen Wert mit der Fördergeschwindigkeit des Gurtes verknüpft. Dadurch kann die Förderleistung des Materials während des Betriebs berechnet werden.
Die erfassten Daten können angezeigt, gespeichert oder an die Leitsysteme der Anlage übertragen werden. Eine Bandwaage ist besonders dann sinnvoll, wenn der Prozess eine Mengenkontrolle, Rückverfolgbarkeit oder eine Regelung des Materialflusses erfordert.
Förderbänder aus Gummi
Förderbänder aus Gummi werden aufgrund ihrer Vielseitigkeit und Widerstandsfähigkeit häufig für den Transport von Schüttgütern eingesetzt.
Der Begriff „Gummiförderband“ bezeichnet in der Regel den flexiblen Fördergurt, der über Rollen läuft und das Material transportiert. Die Gummimischung, die Dicke und die Oberflächeneigenschaften sollten unter Berücksichtigung folgender Faktoren ausgewählt werden:
- Korngröße des Materials;
- Gewicht und Schüttdichte;
- Abrasivität;
- Feuchtigkeitsgehalt;
- Betriebstemperatur;
- Neigung der Förderstrecke;
- Umgebungsbedingungen.
Die Begriffe Gurtförderer und Fördergurt werden gelegentlich synonym verwendet. In einer industriellen Lösung stellt der Fördergurt jedoch nur eine Komponente des Gesamtsystems dar, zusammen mit der Tragkonstruktion, den Rollen, Trommeln, der Spannvorrichtung und den Sicherheitseinrichtungen.
Förderbänder für Zuschlagstoffe und Sand
Ein Förderband für Zuschlagstoffe wird zum Transport von Materialien wie Sand, Kies, Schotter, Gesteinskörnungen und anderen Produkten für das Bauwesen, Betonwerke oder die Mineralaufbereitung eingesetzt.
Diese Materialien können schwer, abrasiv, feucht oder unterschiedlich gekörnt sein. Daher müssen bei der Auslegung die Festigkeit der Konstruktion, die Förderleistung, die Gurtbreite, die Fördergeschwindigkeit sowie der Schutz der Komponenten berücksichtigt werden.
Ein Förderband für Sand kann Seitenführungen, Abdeckungen, Abstreifer und Auffangsysteme erfordern, um Materialverluste und Ablagerungen entlang der Förderstrecke zu reduzieren.
Das Förderband kann mit Aufgabebunkern, Wiegesystemen, Silos und weiteren Lösungen für die Lagerung und Förderung von Schüttgütern kombiniert werden.
Förderbänder für Pellets, Biomasse und Holzreste
Ein Förderband für Pellets und Biomasse muss unter Berücksichtigung des geringen Gewichts, der Form und der Fließeigenschaften des Materials ausgelegt werden.
Pellets, Holzhackschnitzel, Sägemehl und Holzspäne können unterschiedliche Dichten und Abmessungen aufweisen. Daher müssen Seitenführungen, Fördergeschwindigkeit, kontinuierliche Materialzufuhr sowie der Schutz vor Staub und Witterungseinflüssen sorgfältig bewertet werden.
Bei Produktionsrückständen sollte die Lösung außerdem Materialansammlungen reduzieren und Inspektions- sowie Reinigungsarbeiten erleichtern.
Was ist der Unterschied zwischen einem Förderband und einem Rollenförderer?
Ein Förderband verwendet einen durchgehenden Fördergurt, auf dem das Material transportiert wird. Ein Rollenförderer hingegen eignet sich hauptsächlich für Stückgut, Paletten oder Produkte mit ebener Auflagefläche und transportiert diese über eine Reihe von Rollen.
Für Sand, Kies, Pellets, Granulate und andere Schüttgüter wird in der Regel ein Gurtförderer verwendet, da die durchgehende Oberfläche das Material sicher aufnimmt und entlang der Förderstrecke transportiert.
Der Begriff Rollenförderband ist daher unzutreffend, wenn die beiden Technologien miteinander verglichen werden: Der Fördergurt kann zwar auf Tragrollen laufen, das System bleibt jedoch ein Gurtförderer.
Wie wählt man den richtigen Förderbandtyp aus?
Die Auswahl sollte sich nicht ausschließlich an der Länge der Förderstrecke orientieren. Vor der Planung des Systems sollten folgende Faktoren berücksichtigt werden:
- Materialart und Korngröße;
- Schüttdichte;
- Feuchtigkeit, Abrasivität und Fließverhalten;
- erforderliche Förderleistung;
- Förderstrecke;
- Aufgabe- und Austragshöhe;
- Anzahl der Aufgabe- und Austragspunkte;
- verfügbarer Platz;
- kontinuierlicher oder intermittierender Betrieb;
- klimatische und Umgebungsbedingungen;
- Bedarf an Wiegen oder Dosieren;
- Integration mit Aufgabebunkern, Silos und Steuerungssystemen.
Dieselbe Förderbandart kann auf sehr unterschiedliche Weise ausgeführt werden. Zwei geneigte Förderbänder können beispielsweise je nach Material und Förderleistung unterschiedliche Gurtbreiten, Konstruktionen, Fördergurte, Neigungswinkel und Ausstattungen aufweisen.
Warum werden Förderbänder maßgeschneidert gefertigt?
Maßgeschneiderte Förderbänder ermöglichen eine optimale Anpassung des Systems an das verfügbare Anlagenlayout und die tatsächlichen Anforderungen des Prozesses.
Die Anpassung kann Folgendes umfassen:
- Länge und Neigung;
- Gurtbreite und Gurtausführung;
- Austragshöhe;
- feste oder mobile Konstruktion;
- Seitenführungen und Schutzeinrichtungen;
- Abdeckungen gegen Staub und Witterungseinflüsse;
- Abstreifer und Reinigungssysteme;
- Geschwindigkeitsregelung;
- Wiegesysteme;
- Sensoren und Sicherheitseinrichtungen;
- Anbindung an Schaltschränke und SPS.
Eine fachgerechte Auslegung ermöglicht die Integration des Förderbandes in die weiteren Prozessschritte wie Materialannahme, Lagerung, Dosierung und Materialtransport.
Die Förderbandtypen von Poggi
Poggi entwickelt und fertigt Förderbänder der Serie NT für die Förderung von Schüttgütern, die entsprechend den Produkteigenschaften und den betrieblichen Anforderungen des Kunden konfiguriert werden.
Das Sortiment umfasst horizontale, geneigte, schwenkbare, Austrags- und Verfahrbänder sowie mobile Ausführungen und Bandwaagen mit kontinuierlicher Verwiegung.
Länge, Gurtbreite, Neigung, Austragshöhe, Konstruktion, Schutzeinrichtungen und Zubehör können projektspezifisch festgelegt werden.
Weitere Informationen zu den technischen Eigenschaften und den verfügbaren Ausführungen finden Sie auf der Seite zu den Industrieförderbändern von Poggi.